SolarCoin

Zusatzeinkünfte machen PV attraktiver
SolarCoin ist eine sogenannte Kryptowährung, die einen tieferen Sinn hat: SolarCoins erhält man nur, wenn man Photovoltaik-Strom erzeugt. Ziel ist, durch einen Zusatzertrag die Errichtung von PV-Anlagen zu fördern.

Was ist SolarCoin?
SolarCoin ist eine sogenannte Kryptowährung, eine verschlüsselte digitale Währung, deren Transaktionen in der Blockchain gespeichert werden. SolarCoins erhält man als Bonus, wenn man klimaschonenden Photovoltaik-Strom erzeugt. Für jede MWh produzierten PV-Strom erhält man einen SolarCoin (Kürzel: SLR).

Warum Blockchain?
Die Blockchain, oder das „Internet der Werte“, zeichnet alle Transaktionen lückenlos und verteilt auf tausenden Rechnern auf. Vorreiter war BitCoin. Neue innovative Konzepte wie Etherium, wo sogenannte „Smart Contracts“ zu innovativen Abrechnungs- oder Verwaltungslösungen führen, geben den weiteren Trend vor. Aufgrund der gegen Null tendierenden Transaktionskosten und der sofortigen Durchführung wird die Blockchain an Bedeutung gewinnen, sei es bei Zahlungsvorgängen oder beim Abschluss von Vereinbarungen.

Was ist das Ziel von SolarCoin?
Durch die Ausgabe der SolarCoins soll der Photovoltaik ein weiterer Schub verliehen werden. Damit wird beigetragen, unser Klima zu schützen und kalorische Energie bzw. Atomenergie schneller abzulösen.

Wie unterscheiden sich die Konzepte von BitCoin und SolarCoin?
BitCoin ist eine digitale Währung, die von keiner staatlichen Instanz gesteuert wird (somit kann auch kein „Helikopter-Geld“ verteilt werden) und die aktuell am stärksten verbreitete Kryptowährung. Zunächst war BitCoin (BTC) in autoritären Staaten mit staatlicher Finanzkontrolle sowie in Ländern mit Hyperinflation besonders beliebt, mittlerweile wird BitCoin von einer Vielzahl von Händlern akzeptiert. Die Gesamtanzahl der BitCoins ist auf 21 Millionen beschränkt, die Ausgabe neuer BitCoins wird laufend reduziert. Somit ist theoretisch eine Wertsteigerung vorprogrammiert. Das Konzept von BitCoin ist Gold, einem knappen Gut, nachempfunden. Neue BitCoins werden „geschürft“. Dazu müssen allerdings äußerst komplexe Rechenoperationen ausgeführt werden, ein Algorithmus passt die Schwierigkeit laufend der eingesetzten Rechenleistung an. Riesige Serverfarmen, die aktuell den Strombedarf mehrerer Atomkraftwerke entsprechen, sind notwendig, um neue BitCoins zu generieren. 2017 betrug der Strombedarf über 35 TWh oder 0,15 % des weltweiten Stromverbrauchs, höher als der gesamte Stromverbrauch Dänemarks. Im Sommer 2018 überholte der Stromverbrauch jenen von Österreich. Dies ist pure Stromverschwendung und nicht nachhaltig, v.a. weil absehbar ist, dass die Generierung von BitCoins 2019 mehr Strom verbrauchen wir als Deutschland. BitCoin stiftet per se keinen Nutzen, wie auch gedrucktes Geld oder Gold als solches keinen Nutzen hat, sondern ein zwischen Beteiligten akzeptiertes Zahlungsmittel ist: ein gemeinsames „Protokoll“, auf das man sich einigt. Hier setzt das Konzept von SolarCoin an: Jeder, der mit einer Photovoltaikanlage dazu beiträgt, das Klima zu schützen, erhält SolarCoins. Damit wird die Errichtung neuer PV-Anlagen unterstützt, SolarCoin besitzt also einen tatsächlichen Nutzen.

Und wie ist das mit SolarCoin?
Die Anzahl der auszugebenden SolarCoins wurde auf die erwartete PV-Produktion für die nächsten 40 Jahre beschränkt. Pro MWh produziertem Sonnenstrom erhält man kostenlos einen SolarCoin.

Wie erhält man nun SolarCoins?
Man benötigt eine Brieftasche, das sogenannte „Wallet“ auf die man sich die SolarCoins überweisen lässt. Dies kann eine ausgedruckte Wallet (Paper Wallet) oder digitale Wallets (auf Handy oder Computer) sein. Die Wallets können unter solarcoin.org heruntergeladen und die PV-Anlage registriert werden.  Mit dem öffentlichen Schlüssel kann man mit Hilfe des SolarCoin-Explorer den aktuellen Stand abrufen (alle 6 h upgedated). Hier lassen sich unter der „Rich List“ auch alle aktuell bestehenden Wallets „durchleuchten“. Solarstromproduzenten mit SMA-Wechselrichter können sich über das SunnyPortal ganz einfach für SolarCoin registrieren und erhalten diese automatisch.

Wie ist das mit der Sicherheit?
Der öffentliche Schlüssel (beginnt mit 8) kann für Transaktionen weitergegeben werden. Der geheime Schlüssel bzw. das Passwort darf keinesfalls weitergegeben werden. Der Inhaber des geheimen Schlüssels bzw. des Passworts kann über die Wallet verfügen. Wichtig ist noch, dass Kryptowährungen ausnahmslos verloren und nicht wieder herzustellen sind, soferne der geheime Schlüssel verloren  bzw. das Passwort vergessen wurde.

Wie kann man SolarCoins handeln?
Den aktuellen SLR-Kurs gibt´s hier. SolarCoins werden wie alle anderen Kryptowährungen auf Markplätzen gehandelt, zB auf Bittrex.com oder in Europa auf www.lykke.com (Handy-Wallet für Android+Apple). Dazu kann man sich, nachdem man den KYC (Know Your Customer)-Prozess durchlaufen hat, ebenfalls ein Wallet runterladen und digitale Währungen wie SolarCoins gegen herkömmliche Währungen wie EUR kaufen und verkaufen. Eine Trading-Wallet zwischen Kryptowährungen für das Handy ist Coinomi (Android).

Wird sich der Kurs von SolarCoin ähnlich wie BitCoin entwickeln?
Kursentwicklungen zu prognostizieren ist schwierig. Ein Wert von mehreren Tausend EUR pro SLR wie bei BitCoin kann aber ausgeschlossen werden, da, sobald der Preis über eine gewisse Schwelle überschritte, jeder sofort Photovoltaik-Anlagen bauen würde, um in den Genuss von SolarCoins zu kommen. Bei der Konzeption von SolarCoin ging man von einem möglichen Zielwert von etwa 1-2 ct/kWh, das entspricht 10-20 EUR/SLR, aus, der bei entsprechender Akzeptanz als „Zahlungsprotokoll“, also einer hohen Anzahl von Wallets, in einigen Jahren erreicht werden könne. Ein langfristig höherer Wert ist unwahrscheinlich, da neue PV-Anlagen alleine aufgrund des Wertes der SolarCoins betrieben werden würden. Zugegebenerweise ein nutzstiftenderes Konzept als für Stromverbrauch bonifiziert zu werden wie bei BitCoin. Grundsätzlich gilt: Je höher der SolarCoin-Preis, desto lukrativer werden PV-Anlagen. Damit wird ein wesentlicher Beitrag geleistet, PV-Anlagen leichter zu errichten, nicht nur in den Industrieländern, sondern und gerade auch in Ländern der Dritten Welt.

Wer steckt hinter SolarCoin?
Die Initiatoren bzw. das Team ist auf www.solarcoin.org aufgeführt. MasterMind hinter SolarCoin ist Nick Gogerty, der das Buch Nature of Value zu nachhaltigem Investment geschrieben und ein über 1-stündiges Interview zu seinem Background und Beweggründen zu SolarCoin gegeben hat. Ein im September 2017 geführtes Youtube-Interview findet sich hier.

Wie steht die EU zu SolarCoin bzw. BitCoin?
Das Europäische Parlament begrüßt Initiativen wie SolarCoin, auch als Ersatz für den energieverschwendenden Ansatz des BitCoin-Konzeptes.

Gibt es weitere Informationen zum SolarCoin?
Auf der Website SolarCoin.org oder Wikipedia finden sich weitere Informationen.
– Wie man Solarcoins erhält (Anleitung)
Solarcoin-group Slack, sehr informativ (Registrierung notwendig)
– SolarCoin: A blockchain-based solar energy Incentive.
– Weitere FAQs